Beruf und Familie in der Sparkasse Bielefeld

von Jens Flachmann am in Aktuell, Über uns

Familie und Beruf zu vereinbaren ist für die allermeisten Menschen ein wichtiges Thema. Traditionelle Rollenmodelle zwischen Mann und Frau passen nicht mehr in die heutige Zeit – sie sind weder gesamtgesellschaftlich noch in der modernen Arbeitswelt wünschenswert. Besonders für Frauen ist es immer noch oft nicht leicht, gute und langfristig tragfähige Lösungen zu finden. Deshalb ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie auch in der Sparkasse Bielefeld ein Anliegen mit einem hohen Stellenwert.

Wir beschäftigen uns seit 2012 intensiv mit diesem Thema. Zu diesem Zeitpunkt hat ein internes Projekt seine Arbeit aufgenommen und konnte seitdem bereits viele Veränderungen auf den Weg bringen und Hinweise und Impulse geben, wie sich die Sparkasse Bielefeld zu einem familienfreundlicheren Arbeitgeber weiterentwickeln kann.

Claudia Herling (Projektleiterin) und Prisca Fleer (Mitglied im Projektteam) berichten über die Arbeit in der Projektgruppe, die erzielten Ergebnissen und Perspektiven für die Zukunft.

Frau Herling, weshalb ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein so wichtiges Thema?

claudia-herlingClaudia Herling: „Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, um sich mit dem Thema zu beschäftigen. Aus Sicht des Arbeitgebers Sparkasse Bielefeld sind wir natürlich daran interessiert, Investitionen, die wir über viele Jahre in das Know-How von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern getätigt haben, für das Unternehmen zu sichern.

In der Finanzwirtschaft vollziehen sich Entwicklungen sehr schnell – bereits nach wenigen Jahren außerhalb des Berufs wird es sehr schwer, an eine bereits begonnene Karriere wieder anzuknüpfen. Besonders Frauen, die sich für eine Familie entschieden haben, benachteiligt das.

Für uns als Arbeitgeber bedeutet es, dass wir Angebote entwickeln müssen, die diesem Problem begegnen.“

 

Gibt es neben rein wirtschaftlichen Überlegungen noch weitere Gründe?

Claudia Herling: „Natürlich! Viele Studien haben längst bewiesen, dass eine gute Geschlechterdurchmischung auf allen Ebenen auch auf den Unternehmenserfolg eine positive Wirkung hat. Das lässt sich vielleicht nicht so einfach in Euro und Cent ausdrücken, kann aber für die langfristige Entwicklung ein wichtiger Faktor sein.

Ein weiterer Aspekt ist, dass ein familienfreundlich gestaltetes Arbeitsumfeld sich positiv auf die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auswirkt. Letztlich kommt auch das dann wieder dem Arbeitgeber zugute.“

 

Die Wirtschaft klagt ganz allgemein über den Fachkräftemangel. Spielt bei der Auswahl eines Arbeitgebers auch Familienfreundlichkeit eine Rolle?

Prisca Fleer: „Das ist auf jeden Fall so. Die Sparkasse Bielefeld hat schon seit vielen Jahren einen guten Ruf als Arbeitgeber. Wir merken aber in unseren Bewerbungsgesprächen, dass junge Menschen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie viel stärker im Blick haben, als das noch vor ein paar Jahren der Fall war. Wenn man sich als Unternehmen gutes Personal sichern will, muss man sich mit diesem Thema beschäftigen.“

 

Wie sind Sie in Ihrem Projekt diese Aufgaben angegangen?

Claudia Herling: „Wir haben im Herbst 2012 mit der konkreten Projektarbeit begonnen. Natürlich hat es in den Monaten zuvor schon eine ganz Menge vorbereitende Aufgaben gegeben, die zu erledigen waren. Für Frau Fleer und mich ist der Startschuss also schon im Frühjahr gefallen. In unserem Projektteam waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen Bereichen des Unternehmens mit dabei. Wir wollten von vornherein einem möglichst guten Querschnitt der Belegschaft die Mitarbeit ermöglichen.“

 

Haben Sie auch externe Unterstützung in Anspruch genommen?

Prisca Fleer: „Ja, das haben wir. ‚berufundfamilie‘, eine Initiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung hat uns dabei unterstützt. Gemeinsam mit unserer Ansprechpartnerin von ‚berufundfamilie‘ haben wir die verschiedensten Bereiche unseres Unternehmens analysiert, um Entwicklungspotenziale zu finden und daraus konkrete Maßnahmen abzuleiten. Wir würden auch anderen Arbeitgebern empfehlen, Partner mit ins Boot zu holen. Gerade der Blick von außen ist sehr hilfreich!“

 

Wie genau ist dieser Prozess abgelaufen?

prisca-fleerPrisca Fleer: „Zuerst haben wir eine Ist-Aufnahme erstellt. ‚berufundfamilie“ hat uns für diese Arbeit umfangreiches Material zur Verfügung gestellt, um strukturiert alle für die weitere Arbeit erforderlichen Informationen zu ermitteln und zu dokumentieren.

Im zweiten Schritt wurde dann im Rahmen eines Workshops der Status Quo der Sparkasse Bielefeld ermittelt und eine strategische Ausrichtung festgelegt. Beides war die Voraussetzung für den Auditierungsworkshop mit ‚berufundfamilie‘.

Hier haben wir unter Beteiligung aller Mitglieder unseres Projektteams konkrete Maßnahmen zur Verwirklichung einer familienbewußten Personalpolitik erarbeitet und auch Ziele für die nächsten Jahre definiert.“

 

Welche konkreten Maßnahmen und Ziele waren das?

Claudia Herling: „Mittlerweile haben wir eine ganze Reihe von Ideen umgesetzt, zum Beispiel gibt es ein besonderes Programm, um mehr Frauen für Führungspositionen zu gewinnen. Ein weiteres Projektergebnis ist es, Führungsfunktionen auch in Teilzeit anzubieten. Seit dem Projektstart haben wir acht neue Frührungskräfte in Teilzeit dazubekommen. Auch unser Beratungsangebot wurde ausgebaut – hier arbeiten wir intensiv mit dem AWO-ElternService zusammen. Wir bieten unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern darüber hinaus spezielle Seminare zu Themen wie Gesundheit und Pflege an und noch vieles mehr.“

 

Prisca Fleer: „Bei unseren Mitarbeitern sehr beliebt sind auch die Ferienspiele für Kinder, die wir seit 2013 anbieten. In diesem Jahr haben wir das Angebot sogar ausgeweitet. Ursprünglich nur während der Sommerferien, bieten wir die Ferienspiele jetzt auch in den Oster- und Herbstferien an.“

 

Die Sparkasse Bielefeld hat ja auch ein Zertifikat von ‚berufundfamilie‘ bekommen. Was hat es damit auf sich?

Claudia Herling: „Unternehmen bekommen das Zertifikat, wenn sie die von ‚berufundfamilie‘ geforderten Schritte hin zu einem familienfreundlichen Arbeitgeber absolviert haben. Es handelt sich dabei aber nicht um eine Auszeichnung, die man einmal bekommt und dann für immer behalten kann. ‚berufundfamilie‘ fordert von uns jährlich Rückmeldungen zum aktuellen Stand der geplanten Maßnahmen und zukünftigen Handlungsfeldern und Zielen. Nachhaltigkeit ist entscheidend! Die Sparkasse Bielefeld ist in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal von ‚berufundfamilie‘ zertifiziert worden.“

 

Vielen Dank für die Informationen!

 

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