Theaterprojekt für Schüler über Drogen und Cybermobbing

von Rahel Neufeld am in Aktuell, Gut für Bielefeld

Drogen, Alkohol und Cybermobbing: Siebtklässler der Brodhagenschule erleben in einem Theaterstück wie man mutig Grenzen setzt. Im Theaterstück „Natürlich bin ich stark“ spielen die Schauspieler Alltagssituationen nach, in denen sich die Schüler wiedererkennen. Gemeinsam diskutieren sie über Mut und Feigheit, richtig und falsch. Die Sparkasse Bielefeld unterstützt das Projekt „Natürlich bin ich stark“ bereits seit 14 Jahren und stellt auch für das nächste Schuljahr 15.000 Euro bereit, damit das Theaterprojekt in vielen Bielefelder Schulen durchgeführt werden kann.

 

SPK-11_k„Papa, ich traue mich einfach nicht mehr zur Schule“, bringt Andrea ihre Verzweiflung zum Ausdruck. Im Internet kursiert ein Foto von ihr im pinken Slip, welches bei einer lustigen Modenschau nach einer Shoppingtour mit ihren Freundinnen entstanden ist. Nach einem Streit mit ihrer besten Freundin rächt sich diese und stellt das Foto ins Internet. Seit dem redet die Schule über kein anderes Thema, die Jungs bringen blöde Sprüche, ihr Freund möchte nicht mehr mit ihr zusammen sein und ihre Freundinnen kehren ihr den Rücken zu. Eine Situation, die für Andrea ausweglos scheint…

 

In Zeiten, wo das Smartphone und Soziale Netzwerke bei den Schülern eine große Rolle spielen, gehört das Thema Cybermobbing zum Alltag dazu. Die Theaterpädagogische Werkstatt Osnabrück bringt aktuelle Themen in ihrem Theaterstück zur Sprache. Auch Drogen und Alkohol spielen im Stück eine wichtige Rolle, da der Einstieg ins Suchtverhalten oft harmlos scheint. In Gruppen fehlt den Schülern schnell der Mut eigene Grenzen zu setzen.  Die Schauspieler möchten die Jugendlichen dazu auffordern, zu sich selbst zu stehen und Mut zu beweisen.

 

SPK-22_kMit dem Projekt „Natürlich bin ich stark“ bietet die Fachstelle für Suchtvorbeugung in Zusammenarbeit mit dem Kommissariat Opferschutz und Prävention der Polizei und der Theaterpädagogischen Werkstatt allen Bielefelder Schulen Unterstützung in der Suchtprävention. Im vergangenen Jahr haben 16 Schulen in Bielefeld mit 58 Klassen an dem Projekt teilgenommen.

 

 

SPK-24_kDafür konnten sich die Schulen im Vorfeld bei der Fachstelle für Suchtvorbeugung bewerben. Ulrich Möller verantwortet das Projekt und sieht es als tragende Säule der schulischen Suchtprävention. Neben der Theateraufführung gehört für ihn auch eine Lehrerfortbildung und Informationen für Eltern zum Programm. Im kommenden Schuljahr übergibt Möller sein Amt nach zehn Jahren an Vedat Karasu. Karasu war vorher in der stationären Behandlung drogenabhängiger Männer tätig und übernimmt nun die wichtige Aufgabe der Arbeit in der Suchtprävention.

 

Die Fördermittel stammen aus dem Zweckertrag der Sparerlotterie „An sich und andere denken“ und werden jährlich an wichtige Projekte im kulturellen Bereich, an soziale Institutionen und Sportvereine vergeben. Die Kunden der Sparkasse Bielefeld beteiligen sich monatlich mit 100.000 Losen an dieser Lotterie. Pro Los fließen 30 Cent in den auszuschüttenden Zweckertrag.

 

Auf dem Gruppenfoto (v.l.): Vedat Karasu (Fachstelle für Suchtvorbeugung), Christoph Kaleschke (Sparkasse), Reinhard Gesse (TPW), Janosch Kisch (Schulleiter Brodhagenschule), Andrea Hanheide (Schauspielerin TPW), Ulrich Möller (Fachstelle für Suchtvorbeugung), Jörg Schulze-Neuhoff (Schauspieler TPW), Kai Rosin (Polizei), Nuray Ün und Elke Johanningmeier (beide Brodhagenschule)

 

Fotos: Jonas Müller

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