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Sparkassenstiftung ermöglicht Jugend-Schiedsrichter-Ausbildung

“Sonntags morgens um Zehn liegen Teenager noch gemütlich im Bett oder haben sich bestenfalls bis zum Frühstückstisch vorgearbeitet”, lautet ein weit verbreitetes Vorurteil. Leuchtende Gegenbeispiele präsentierten sich an einem Sonntagmorgen Anfang Juni in der Sporthalle Gadderbaum: Vier Jungen der JSG Bielefeld-Süd im orangefarbenen T-Shirt, die an diesem Sonntag mit Trillerpfeife und gelber und roter Karte ”bewaffnet” die Spiele des Handball-Kreispokalturniers der männlichen E-Jugend leiteten.

 

Schiedsrichter-Nachwuchs im Handballkreis Bielefeld-Herford

Trillerpfeife mit gelber und roter Karte

Die Jungs sind vier von mittlerweile knapp 200 “EDI’s”. EDI’s sind Jugendschiedsrichter im Alter von 12 bis 16 Jahren, die nach einem kompakten Ausbildungstag Erfahrungen bei der Leitung von E- und D-Jugend-Spielen (daher auch die Bezeichnung EDI’s) sammeln können und sollen. Das von der Sparkassenstiftung geförderte Projekt ist auf Initiative von Olaf Grintz, Lehrwart des Handballkreises Bielefeld-Herford, entstanden. “Es fehlen einfach Schiedsrichter für die Spiele der E- und D-Jugend”, bringt Grintz es auf den Punkt. Da für diese Altersklassen vom Handballverband keine Schiedsrichter eingesetzt werden, müssen diese Spiele durch Vertreter der beteiligten Vereine geleitet werden. “Diese Vorgehensweise führt häufig zu Ärger und Unstimmigkeiten”, weiß der Kreis-Lehrwart aus leidvoller Erfahrung.

Die Resonanz bei Vereinen und Jugendlichen und insbesondere auch bei den Eltern und den Trainern ist durchweg positiv. Mittlerweile gibt es Nachahmer im gesamten Bundesgebiet. “Ohne die finanziellen Mittel der Sparkassenstiftung hätten wir dieses Projekt nicht verwirklichen können”, betont Olaf Grintz. “Wenn die Vereine die Kosten für Material, Bekleidung und die eigentlichen Lehrgänge hätten tragen müssen, dann wäre definitiv keine Mehrheit für das Projekt unter den Mitgliedsvereinen des Handballverbandes zustande gekommen.”

 

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„Schiedsrichter kann ich auch!“

Es sind unterschiedliche Beweggründe, die die jungen Handballer Henri, Jari, Simon und Florian motivieren, am EDI-Projekt teilzunehmen: Während Henri (16 Jahre alt) dem Verein gern etwas zurückgeben möchte, fanden Jari (16) und Simon (12) es spannend, die Perspektive des Schiedsrichters selbst zu erleben. ”Schiedsrichter kann ich auch!”, dachte sich Florian (12 Jahre alt), gibt aber im Nachhinein zu, “dass es teilweise auch recht schwierig ist, schnell und richtig zu entscheiden.” Neben viel Unterstützung durch Eltern, Mannschaftskameraden und auch aktive Schiedsrichter gab es aber auch warnende Stimmen, die zu bedenken gaben, dass sich die vier auch auf Kritik bei unpopulären Entscheidungen oder einer möglichen Fehlentscheidung einstellen müssen.

 

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Kaum Kritik von der Tribüne

Von der Tribüne haben die vier EDI’s bisher aber keinerlei Kritik wahrgenommen, sondern überwiegend Lob und Zuspruch erfahren, auch von Spielern, Trainern und Eltern der gegnerischen Vereine. Wenn dann im Eifer des Gefechts vereinzelt doch mal eine Mama oder ein Papa lauter wird, haben sich die Nachwuchs-Schiedsrichter bereits angewöhnt, darüber hinweg zu hören. Alle vier bestätigen, dass sie mehr Verständnis für die schwierige Aufgabe des Schiedsrichters entwickelt haben. Dennoch behält sich Florian vor, “dem Schirie auch mal zu sagen, wenn ich etwas anders sehe!”. Allerdings in angemessener Form, damit der “Kollege” seine Karten stecken lassen kann.